Keine fristlose Kündigung wegen unentschuldigter Fehlzeit in der Probezeit

Unentschuldigte Fehlzeit im gekündigten Probearbeitsverhältnis

Ein häufiger Fall: Eine Arbeitnehmerin/ein Arbeitnehmer ist nach der Kündigung schockiert und fehlt am Tag nach dem Erhalt der Kündigung für mindestens einen Arbeitstag. Ab dem zweiten Tag wird eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung eingereicht. Dies geschah auch in einem gerichtlich entschiedenen Fall. Nach Arbeitstagen in der Probezeit kündigte der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis schon wieder. Die Arbeitnehmerin fehlte daraufhin mehrere Tag wegen Krankheit. Allerdings hatte sie für den ersten Fehltag keine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorgelegt. Sie hatte also eine unentschuldigte Fehlzeit von einem Arbeitstag. Hinzu kam, dass sie noch in der ersten Woche der Probezeit war. Deshalb kündigte der Arbeitgeber ohne Abmahnung fristlos wegen unentschuldigter Fehlzeit.

Fristlose Kündigung wegen unentschuldigtem Fehlen nur nach Abmahnung

Das Landesarbeitsgericht stellt fest, dass eine fristlose Kündigung wegen unentschuldigtem Fehlen nur bei beharrlicher Arbeitsverweigerung möglich ist. Dass die Arbeitsverweigerung „beharrlich“ ist, lässt sich in der Regel nur nach einer Abmahnung feststellen. Denn vor einer Kündigung muss dem Arbeitnehmer die Chance gegeben werden, sein Verhalten zu ändern. Die verhaltensbedingte Kündigung funktioniert nur dann ohne Abmahnung, wenn eine Verhaltensänderung in keinem Fall erwartet werden kann oder wenn es sich um eine extrem schwere Pflichtverletzung handelt.

Der Arbeitgeber schuldet ohnehin für einen unentschuldigten Fehltag kein Arbeitsentgelt. Auch deshalb und weil der Arbeitsvertrag sowieso gekündigt war, war der Arbeitsvertragsverstoß aus Sicht des Landesarbeitsgerichts nicht so schwerwiegend.

Auch im Probearbeitsverhältnis und im gekündigten Arbeitsverhältnis gelten die Grundsätze des Kündigungsschutzrechtes

Fazit: Auch Arbeitnehmer in der Probezeit oder Arbeitnehmer in einem gekündigten Arbeitsverhältnis sind vor fristlosen Kündigungen geschützt. In beiden Fällen gilt gegebenenfalls auch das Kündigungsschutzrecht.

Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein 3.8.2020, 1 Sa 72/20

Hinweise zur Frage wann das Kündigungsschutzgesetz gilt finden Sie hier

Ein weiteres Urteil zur Kündigung bei beharrlicher Arbeitsverweigerung finden Sie hier

Ich berate Sie gerne bei einer Kündigung oder wegen einer Abmahnung. Wenden Sie sich gegebenenfalls an die Kanzlei Fey.

8 Kommentare

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